Dienstag, 1. Mai 2012

Das Fazit oder ...

... die Buchbesprechung.

Gerade noch rechtzeitig, bin ich fertig geworden. Dafür habe ich allerdings auch eine Nachtschicht eingelegt. Das Buchthema der Monate März & April der lesenden Minderheit war diesmal:

Lies ein Buch, dessen Geschichte in Indien spielt.

Über meine Buchwahl, weil schon länger auf dem Nachtschrank liegend, hatte ich bereits hier berichtet. Kommen wir also nun, nach einer kurzen Zusammenfassung, zu meinem Buch-Fazit:




























Das erwartet den Leser:

Elisabeth, kurz Liz, eine verheiratete, Mitte dreißigjährige, amerikanische Schriftstellerin stellt nach Monaten / Jahren, in ihrem Traumjob arbeitend, mit ihrem Traummann in ihrem Traumhaus lebend fest, dass sie nicht "ihr" Leben lebt.  Sie fühlt sich nicht in ihrer Mitte, nicht angekommen, suchend, umtrieben obwohl sie doch scheinbar alle weltlichen Annehmlichkeiten im Leben "besitzt", privilegiert, angesehen, erfolgreich und hübsch. Sie beschließt nach vielen durchheulten Nächten, verzweifelten Gebeten zu Gott er möge ihr ein Zeichen senden, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und sich auf die Suche nach sich selbst zu begeben. Einen kurzen, nennen wir es Umweg, über eine leidenschaftlich heftige, bisweilen aber auch schmerzlich verletzende Affäre mit einem viel jüngeren Mann, nehmend, beginnt sie einen "Ausstieg" aus ihrem Leben, oder das, was davon übrig zu sein scheint, zu planen. Was für ein Satz, allen, die der Grammatik mächtig sind, bitte ich, ihn zu entschuldigen. Ihre Reise beginnt auf den kalten Fliesen ihres Badezimmerbodens, in ihrem Traumhaus, während ihr Traummann im ehelichen Bett nichtsahnend seelig Nachtruhe hält. Liz sucht und findet in Italien, das süße Leben, leckeres Essen, erheiternde Freundschaften, schönes Wetter, planloses in den Tag trödeln und ungezwungene Denkweisen. Zur Ruhe gekommen, den schlimmsten Trennungsschmerz ihrer Affäre und die zerreißenden Verhandlungen ihrer Scheidung überwunden bereist sie den nächsten Kontinent. In Indien lernt sie in einem Ashram qualvoll das Meditieren, das Aushalten der eigenen Gedanken, das "Mit-sich-allein-sein-können-müssen", lernt zu beobachten, was geschieht, wenn man versucht etwas zu ertragen, lernt andere Suchende kennen und letztendlich weisen ihre "Meisterin" und ihr "Guru" ihr den Weg hinaus, in ihr Leben. Auf Bali lernt Elisabeth von einem "Medizinmann", was es bedeutet, nicht nach ihrem Glück suchen zu müssen. Sondern zu lernen es einfach anzunehmen, so, wie es vor ihren Füßen liegt. Sie lernt, dass ihr inneres Glück eng verbunden scheint mit dem äußeren Glück, welches ihr von ihrer Ankunft hier durch lächelnde Balinesen entgegengebracht zu werden scheint und sie mühelos weitergibt an die Menschen, die ihr in so kurzer Zeit so sehr ans Herz gewachsen sind. Ich brauche wohl nicht erwähnen, dass Liz natürlich ganz nebenbei, ihre Seele gereinigt von all´ dem Leid ihrer Trennungen, ihr Herz erholt von der umtriebenen Reise des letzten Jahres, ihr Körper gesundet von dem Schmerz der Suchenden, auf Bali die Liebe ihres Lebens findet.

Fazit:
Eat, Pray, Love sollte jede/r lesen, der/die sich momentan selbst auf der Suche befindet. Alle anderen können es beruhigt im Regal lassen.  Ich würde es als "leichte Lektüre" für laue Sommerabende beschreiben, nett, meistens unterhaltsam geschrieben. Einen Spritzer Humor, ein Schuss Hintergrundinfo über Land und Leute, jede Menge Yoga-Wissen (muss man mögen oder drüber lesen) und viel persönliche Entwicklungsgeschichte der Autorin. Da ich mich, auch nicht annähernd, in der oder einer ähnlichen Situation wie Liz befinde, hat mich die Geschichte nicht wirklich getouched. Ich bin zwar eine Yogini, mit größerem Interesse an Sagen, Mystik und Sein der Lehre, aber selbst die Berichterstattungen aus dem Ashram, fand ich nicht neu und nicht bewegend. Das beschriebene "Dolce Vita" in Italien, kann glaube ich, auch nur jemand nachvollziehen, der es am eigenen Leib gelebt hat. Pasta, Caffè Latte und strahlender Sonnenschein hin oder her. Vielleicht weil ich keinen richtigen Bezug zu Liz gefunden habe und die Mischung aus zum Teil langweiligen und sich ziehenden Selbstfindungs-Erklärungs-Versuchen der Schriftstellerin und auflockernd wirkendem Humor meistens sehr langatmig und anstrengend fand.

Ich werde demnächst mal den Film ansehen, und hoffe das Julia und Javier (v.a.) das Ruder rum und mich mit reißen.

Das Buch würde ich, einer Freundin, nicht empfehlen.


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